Das 1. Nachkriegs-Schützenfest 1954
 
     
 

Vorstand, Offiziere und Schützen marschierten am Schützenfest-Samstag mit musikalischer Begleitung des Anholter Grenzland-Tambourkorps und der Schöttler'schen Kapelle aus Isselburg stolz ob ihres ersten Auftrittes in der Öffentlichkeit durch die Straßen des Städtchens zum großen Zapfenstreich auf dem Markt.

Es war ein Erlebnis für alle Mitglieder und für alle Anholter, die dem wieder aktiven Schützenverein bereits ihre Sympathie entgegenbrachten und vielleicht freudige Überraschung für viele, die noch abwartend der Entwicklung des „neuen" .Schüt-zenvereins gegenüber standen. Nach der Ehrung folgender Mitglieder:

„Anton Dammann, Gerd Welbers, Bernhard Tovar, Bernhard Giesen, August Wickering, Hubert Delsing,
Heinrich Onstein, Richard Balthesen, Josef Böing, Max Korsch, Heinrich Schweers, Paul Krause“

feierte ein fröhliches Schützenvolk mit vielen Gästen von nah und fern den ersten und unvergeßlichen Schützenball nach dem II. Weltkriege im großen Festzelt auf der Schneidkuhle, in dem an den Schützenfesttagen die Gastwirtfamilie Drecker die Bewirtung hervorragend besorgte.


Nach dem Weckruf durch das Grenzland-Tambourkorps und den Gottesdiensten in der katholischen und evangelischen Kirche zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder am Sonntagvormittag stand der Sonntagnachmittag im Zeichen der Weihe der neuen Fahne auf der Freitreppe des Rathauses, zu der von den geladenen Nachbarvereinen Abordnungen aus Isselburg, Suderwick und Werth anwesend waren.

 
     
  Der schneidige Festzug durch die Stadt mit der abschliessenden zackigen Parade wurde von einer großen Zahl einheimischer und auswärtiger Schützenfest-Besucher mit dem gebührenden Applaus honoriert. Hiernach erlebten alle Schützen, Ehrengäste und Festbesucher beim gemütlichen Dämmerschoppen frohe Stunden.
Am Abend herrschte im fast überfüllten Festzelt fröhliches und ausgelassenes Treiben.
Das Vogelschießen am Schützenfest-Montag, dem Hauptfesttag, wurde zu einer spannungsvollen Begebenheit für
alle Schützen und zu einem stimmungsvollen Frühschoppen für alle Festteilnehmer an der
 
  Vogelstange im Garten am Drecker'schen Saal. Das Königsschießen wurde eröffnet  
     
 
durch Bürgermeister Harling mit Ehrenschüssen für das Vaterland und die Heimatstadt Anholt
 
 
durch den Präsidenten van Hal mit dem Ehrenschuß für denBürger- Schützenverein
 
 
durch die Ehrengäste und Ehrenmitglieder.
 
     
 

Nach dem zügigen Abschuß der Preise (Kopf, rechter und linker Flügel) war es Schützenbruder Heinrich Jansen, der sich gegenüber der Konkurrenz weiterer Königsbewerber durchsetzte und den Rest des vom Schützenbruder Heinrich Ditters gefertigten Vogels von der Stange holte.

Als begeisterter Förderer der Neuorientierung des Anholter Schützenvereins setzte er als König Heinrich 1. sowohl mit der Wahl seiner Mitregentin Bernhardine Giesen als auch insbesondere mit der Zusammensetzung des elf Paare umfassenden Throngefolges beispielhaft und richtungsweisend Akzente für die zukünftige Entwicklung des Bürger-Schützenvereins.

Am Nachmittag zeigten sich die Majestäten mit ihrem Throngefolge im festlichen Zuge der begeisterten Anholter Bevölkerung und den vielen Besuchern aus der näheren und weiteren Umgebung.

Frohe Geselligkeit erlebten alle Teilnehmer des sehr gut besuchten Krönungsballs am Abend des letzten Schützenfesttages. Die Veranstaltungen des 1. Nachkriegs-Schützenfestes sind heute noch allen, die sie erlebt haben, in freudiger Erinnerung. Anholt hatte ein Schützen- und Volksfest gefeiert, wie es sich Vorstand und Schützen und wohl auch die Anholter Bevölkerung nicht schöner erhofft hatten.