Die Schützenvögel ab 1954
 
 
 
  Bevor die Anholter Schützen um die Würde eines Schützenkönigs kämpfen, wurde bei Ditters aus einem Stück Pappelholz der Schützenvogel angefertigt. Als im Jahre 1954 das erste Schützenfest nach dem Kriege gefeiert wurde, übernahmen Johann Tenbrink (+ 1972) und Heinrich Ditters die erste Konstruktion. In den darauf folgenden Jahren wurde immer wieder ausprobiert, was geändert und besser gemacht werden könnte. Der Rumpf ist aus Pappelholz. In der Holzschuhmacher Werkstatt Brömmling suchte Heinrich Ditters das passende Stück aus. An dem Rumpf wurden dann Kopf, Flügel, Schwanz sowie für Zepter und Reichsapfel Hühnerfüße befestigt. Alle Teile wurden einzeln angebracht, damit der Rumpf des Holzadlers nicht beschädigt wurde. Die erwähnten Teile mussten nämlich, mit Ausnahme des Schwanzes, als Preise einzeln abgeschossen werden.  
     
  Den Ablauf des Vogelschießens beobachtete Heinrich Ditters mit dem Fernglas und hielt die Einzelheiten schriftlich fest, um für das folgende Jahr eine Richtlinie zu bekommen. Seit 1980 wurde die Tradition des Vogelbauens von dem Sohn Franz Josef Ditters fortgeführt. Die Konstruktion des Schützenvogels beschreibt er folgendermaßen.  
     
 

Zuerst wird der Rumpf ausgesägt. Er besteht aus einem ca. 26 cm langen Stück Pappelholz. Nachdem der Klotz in eine dem Rumpf entsprechende Form gebracht worden ist, wird er mit Feile und Raspel geglättet. An beiden Seiten werden kleine Klötze angebracht. Sodann werden die Flügel aus zwei Schichten verleimt, damit sie eine plastische Form annehmen. Die ausgesägten Flügel werden danach mit Nägeln am Rumpf befestigt. Der Kopf besteht ebenfalls aus einem Stück Holz, das entsprechend
geformt worden ist. Der Schwanz wird ausgesägt und unten in einen Falz genagelt. Der so entstandene Vogelkörper wird alsdann mit weißer Binderfarbe gestrichen. Mittels eines weichen Bleistiftes werden Federn auf die weißen Teile des Vogelkörpers aufgetragen. Die Hühnerfüße, in deren Klauen Zepter und Reichsapfel mit Nagelstiften befestigt sind, werden abschließend an dem Rumpf angebracht.
Damit ist der Vogel fertig gestellt.

Am Schützenfest-Montag kommt er dann auf die Vogelstange, an der sodann die Schützen ihm in jeweils kürzerem oder längerem Wettkampf den Garaus machen und so ihren König ermitteln.

 
     
 

Ab dem Jahre 1996 baut der Schützenkönig von 1995 Peter Velsinger die Schützenvögel für den Bürger-Schützenverein. Ob er nach der gleichen Methode verfährt ist zurzeit noch sein Geheimnis.
Ihm wurde auf der Jahreshauptversammlung 2006 eine Urkunde zum 10 jährigen Jubiläum überreicht und gleichzeitig der Vertrag um 5 Jahre verlängert.

„Das ist der Schützenvogel 2006“